Körperorientierte Psychotherapie

LITERATUR



  • Geduld
  • Stärke
  • Wie ich bin
  • Motivation
  • Ver-Bindung sicher
  • Brief von einem Kind
  • Familienfragen kurz beantwortet
  • Zwiegespräch
  • Ein glückliches Leben
Geduld

Über die Geduld
(von Rainer Maria Rilke)

Man muss den Dingen
die eigene, stille
ungestörte Entwicklung lassen,
die tief von innen kommt
und durch nichts gedrängt
oder beschleunigt werden kann,
alles ist austragen – und
dann gebären…

Reifen wie der Baum,
der seine Säfte nicht drängt
und getrost in den Stürmen des Frühlings steht,
ohne Angst,
dass dahinter kein Sommer
kommen könnte.

Er kommt doch!

Aber er kommt nur zu den Geduldigen,
die da sind, als ob die Ewigkeit
vor ihnen läge,
so sorglos, still und weit…

Man muss Geduld haben

Mit dem Ungelösten im Herzen,
und versuchen, die Fragen selber lieb zu haben,
wie verschlossene Stuben,
und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache
geschrieben sind.

Es handelt sich darum, alles zu leben.
Wenn man die Fragen lebt, lebt man vielleicht allmählich,
ohne es zu merken,
eines fremden Tages
in die Antworten hinein.

Stärke

Stärke
(Nelson Mandela, 1994)

Unsere tiefgreifendste Angst ist nicht, dass wir ungenügend sind.

Unsere tiefgreifendste Angst ist, über das Messbare hinaus kraftvoll zu sein.

Es ist das Licht, nicht die Dunkelheit, die uns am meisten Angst macht.

Wir fragen uns, wer bin ich, mich brillant, grossartig, talentiert, fantastisch zu nennen?

Aber wer bist du, dich nicht so zu nennen?

Du bist ein Kind Gottes.

Dich selbst klein zu halten dient nicht der Welt.

Es ist nichts Erleuchtetes daran, sich selbst so klein zu machen, dass andere um dich herum sich nicht unsicher fühlen.

Wir sind alle bestimmt zu leuchten, wie es Kinder tun.

Wir sind geboren worden, um den Glanz Gottes, der in uns ist, zu manifestieren.

Er ist nicht nur in einigen von uns, er ist in jedem Einzelnen.

Und wenn wir das Licht, das Gott in uns gelegt hat, erscheinen lassen, geben wir bewusst anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun.

Wenn wir von unserer eigenen Angst befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch andere.

Wie ich bin

Niemand anders

Ich bin niemand anders
als ich selbst
und brauche auch
kein anderer zu sein.

Nur anders will ich
noch werden,
nämlich noch mehr
ich selbst,

so wie Gott mich sieht
und ich mich
immer wieder erkenne,

so wie Gott mich will
und ich mich
selbst schätze.

 Hans-Joachim Eckstein, aus: Du liebst mich – also bin ich

Seminarangebot: Heil werden – werden, wie ich bin!

Motivation

Über Vertrag und Motivation bei Pesso Boyden System Psychomotor

Motivation ist eine Funktion der Seele. Die Seele ist keine Sache, die Seele ist ein rei­ner Prozess, was bedeutet, dass sie sich ständig bewegt. Prozess bedeutet, dass es „wird“, daher ist die wahre Natur der Seele Bewegung. Wenn jemand mit seiner Seele verbun­den ist, wird sie/er eine Neigung zeigen, sich zu bewegen. Wenn wir Schwierigkeiten haben, tendieren wir dazu zu denken, „Wie komme ich da raus?“ Es ist nicht unser erster Gedanke, dass die Lösung ist zu wachsen. Wir wollen nur aufhören, uns so schlecht zu fühlen. „Helfen Sie mir, mich nicht mehr so schlecht zu fühlen.“ Ich denke, wenn wir Schwierigkeiten haben, besteht der Hauptgrund sie zu haben darin, dass unser Ich sich nicht in einer Weise entwickelt hat, die unserer Seele Raum gibt. Ein falsches Ich ver­sucht, unsere inneren Kräfte zu töten. Dann werden wir uns natürlich unbehaglich fühlen. Oder wenn die Kraft doch durchbricht, bekommen wir Angst. Das Ich hat die falsche Form, der Schuh drückt sozusagen.

Das „falsche Ich“ ist vergleichbar mit einem alten, zu eng sitzenden Anzug. Eines der Dinge, die das Ich repräsentiert, ist das Bild des Selbst, das durch Interaktionen mit der äußeren Welt geschaffen wurde. Wir bekommen ein Bild der äußeren Welt und wir be­kommen ein Bild von uns selbst. Es mag nicht die richtigen Dimensionen haben, es passt uns vielleicht nicht. Das ist es, was ich ein falsches Ich nenne. Wenn das falsche Ich zu groß ist, fuhrt es zu viel Schmerz. Das wird sich sozial, psychisch und physisch zeigen.

Aber manche Menschen stecken so fest, dass sie nur geringe Motivation haben. Sie sind nicht im Zentrum ihrer Wahrheit und in dieser Situation bewegen sie sich nicht. Motivation ist verbunden mit dem Konzept von „Hoffnung“ und Hoffnung ist verbun­den mit dem Bild einer Zukunft, wo die Seele in ihrem naturlichen Zustand von Bewe­gung und Freude ist. Ich denke, der natürliche Zustand der Existenz ist Freude, Befrie­digung, Bedeutung und Verbundenheit.

Wenn es keine Hoffnung oder Motivation für Veränderung gibt, liegt das daran, dass wir kein Bild in der Zukunft finden können, das unserer Seele vorhersagt oder erlaubt, Freude und Befriedigung zu erreichen – statt dessen werden Schmerz und Frustration erfahren. Wenn es keine Bedeutung und Verbundenheit in unserem Leben gibt, werden uns Verzweiflung und Entfremdung daran hindern zu glauben, dass das Leben besser sein kann.

Meine Aufgabe als Therapeut ist es, dem Klienten zu helfen, die innere Erwartung von Freude, Befriedigung, Bedeutung und Verbundenheit zu finden. Wir versuchen, dem Klienten zu helfen, den inneren Anschub wieder zu entdecken, das Verlangen der menschlichen genetischen Natur zu erfüllen.

Pesso, Al , Perquin L(2008): Die Bühnen des Bewusstseins CIP-Medien, München S.122

Seminarangebot: Heil werden – werden, wie ich bin!

Ver-Bindung sicher

Eine Ver-Bindung fürs Leben!

Über die Bedeutung von sicherer Bindung und ihre Entstehung im Kleinkindalter

Gib deinen Kindern Wurzeln, dann wachsen ihnen Flügel! Dieses Sprichwort kennt sicher jeder. Aber was ist gemeint? Was sind die Wurzeln und was die Flügel? Alle Kinder auf dieser Welt haben das gleiche Grundbedürfnis: Bindung.

John Bowlby, der Vater der Bindungsforschung definierte Bindung als ein unsichtbares, emotionales Band, das zwei Menschen über Raum und Zeit unsichtbar miteinander verbindet. Genau wie beispielsweise ein Affenbaby sich im Fell seiner Mutter festhält und diese es überall mit hin trägt, zeigt auch ein menschliches Baby nach der Geburt ganz klar, was es braucht: Mama! Sie ist in den meisten Fällen die Hauptbindungsperson. Natürlich können auch Väter, Adoptiveltern usw. die Hauptbindungspersonen sein.

Wird ein Baby oder ein Kind von seiner Bezugsperson getrennt, wenn auch nur kurz, zeigt es so genanntes Bindungsverhalten: Schreien, Weinen, Suchen, Hinterherkrabbeln, Anklammern usw. Dieses dem Menschen angeborene Verhalten hat die Funktion, die Bindung wieder herzustellen und die Bezugsperson zu sich zu rufen. In Tierversuchen mit Affenbabys hat sich gezeigt, dass selbst das Bedürfnis nach Nahrung dem Bindungsbedürfnis nachrangig ist. Trennt man ein Affenbaby von seiner Mutter, hungert es gleichzeitig aus und lässt ihm dann die Wahl: Mama oder Nahrung, entscheidet es sich immer und ohne Zögern für die Bindung zu seiner Mutter.

Warum ist eine sichere Bindung so wichtig und was passiert, wenn Kinder diese nicht erfahren haben? Die Entwicklung einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind ist die wichtigste Grundlage für eine gesunde körperliche, psychische und soziale Entwicklung eines Kindes. Dies ist mittlerweile mit unendlich vielen Studien belegt. Fehlt diese sichere Bindung, können vielfältigste Probleme entstehen, die bis ins hohe Erwachsenenalter andauern und sich unter anderem in problematischem Beziehungsverhalten eines Menschen widerspiegeln können. Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen behandeln PatientInnen, deren frühkindliche Beziehungserfahrungen unzureichend waren, denen Liebe, Wärme und Sicherheit gefehlt hat. Es stellt sich schnell heraus, dass diesen PatientInnen eine grundlegende Stabilität und Selbst-Sicherheit fehlt. Sie fallen immer wieder in alte Verletzungen, entwickeln Ängste, kindliche Verhaltensweisen und stecken in ihren Mustern fest. Sie bringen es manchmal so auf den Punkt: „Meine Eltern hätten da sein müssen, hätten zeigen sollen, dass ich ihnen etwas bedeute.“

Ein Kind möchte unbedingt, d.h. ohne Bedingung geliebt sein und muss dies auch spüren, um sich entwickeln zu können. Im 13. Jahrhundert machte König Friedrich II. ein grausames Experiment: Er kaufte Müttern 40 Säuglinge ab und ließ sie von Ammen ausschließlich mit Nahrung versorgen. Den Ammen war es verboten, die Babys zu berühren oder in den Arm zu nehmen. Man kann sich vorstellen, was aus diesen Säuglingen geworden ist: Sie sind alle gestorben.

Kinder sind angewiesen auf die liebevolle Zuwendung. Sie ermöglicht die Entwicklung von sehr menschlichen Eigenschaften wie Liebesbereitschaft, Vertrauen, Hoffnung, Dankbarkeit, Empathie. Um dies entwickeln zu können brauchen Kinder feinfühlige Eltern. Und die Eltern wiederum benötigen Zeit, Ruhe und eigenes Wohlbefinden. Eltern, die selber an ihren Grenzen sind und ständig zu viele Stresshormone produzieren, sind neurologisch gesehen nicht in der Lage, empathisch und feinfühlig zu sein. Eigentlich wissen und zeigen Kinder sehr gut, was sie brauchen, wenn sie auf die Welt kommen und von wem sie dies bekommen möchten. Schreit ein Baby, sagt es damit: „Hilfe! Ich brauche dich! Ich kann mein Problem nicht alleine lösen! Wenn ich Angst habe, müde bin, mich krank fühle, dann muss ich weinen, schreien, dich suchen, hinter dir her krabbeln oder ich klammere mich an.“ Dieses dem Menschen angeborene Bindungsverhalten hat die Funktion, die Bezugsperson zu sich zu rufen, damit diese das Problem beseitigt. Das ist die wichtigste kindliche Strategie zum Überleben. Die Bezugsperson möchte das Schreien beenden und reagiert im besten Fall darauf mit Nahrungsgabe, Wärme oder Schutz.

Wie erzeugen Eltern Feinfühligkeit als Grundlage sicherer Bindung? Feinfühligkeit im Sinne der Bindungstheorie bedeutet 1. die Signale des Babys wahrzunehmen und genau zu beobachten, 2. die Signale richtig zu interpretieren und 3. auf die Signale angemessen und prompt zu reagieren. Um dies schaffen zu können, sind Mütter auf ihr Bauchgefühl angewiesen, um verstehen zu können, was ihr Baby oder Kleinkind wirklich braucht. Am Anfang ist das Schreien der Babys schwer zu deuten. Sie schreien undifferenziert, wenn sie Hunger haben, die Temperatur nicht stimmt oder sie Schmerzen empfinden. Eltern können dann ausprobieren und verschiedene Angebote machen. So lernen sie herauszufinden, was die Lösung sein könnte. Schon nach wenigen Wochen, etwa ab dem 3. Monat, kann man besser einschätzen, was das Baby braucht.

Wenn das Baby die Erfahrung macht, dass ihm geantwortet wird, baut die Bindungsperson damit die Beziehung/Bindung zum Kind auf. Schon allein die emotionale Zuwendung bedeutet Trost, auch wenn das Problem nicht gelöst wurde. Ein Baby, das sich sicher fühlt, kann sich seinem zweitwichtigsten Entwicklungsbedürfnis widmen, dem Explorationsdrang, dem Wunsch die Welt zu erkunden. Solange aber die Welt nicht sicher ist, wird die Neugier zurückgestellt, um die Grundsicherung zu gewährleisten. Wenn das Bindungsverhalten aktiviert ist, wenn das Kind also für seine Sicherheit sorgen muss, kann es nicht in Ruhe spielen und sich entwickeln.

Sichere Bindung entsteht über die Interaktionen Berührung, Sprache und Mimik. Bei der Berührung wird zwischen Bindungsperson und Baby am meisten Nähe aufgebaut. Dabei werden sogenannte Bindungshormone ausgeschüttet u.a. Oxytocin. Oxytocin wirkt beruhigend und ist in der Lage, Stresshormone zu absorbieren und abzubauen. Durch Berührung entsteht Vertrauen und Bindungsfähigkeit. Dies ist wiederum unabdingbar wichtig, um sich später auf andere Menschen einlassen zu können, sei es in der Partnerschaft, im Job, in Teams usw.

Was sind die Vorteile sicherer Bindung? Eine sichere Bindung ist eine Basis, von der aus das Kind lernt, Neues, auch Angstmachendes zu entdecken, sich selbst zu beruhigen und seine Nervenzellen zu vernetzen. Gut verzweigte neuronalen Netze ermöglichen ein gesundes Selbstwertgefühl, Entdeckergeist und die Fähigkeit Beziehungen aufzunehmen. Kinder, die eine sichere Bindung erlebt haben, sind in der Lage, später auftretende Verluste und traumatische Erlebnisse viel besser verarbeiten zu können. Sicher gebundene Kinder können später frei wechseln zwischen Exploration und Bindung, sie haben also einen breiten Handlungsspielraum. Mit anderen Worten: Wem es als Kind ermöglicht war, abhängig zu sein, wird später innerlich umso unabhängiger. Unsicher gebundene Kinder dagegen zeigen eine hohe Verletzlichkeit auf allen psychosozialen Gebieten! Sie entwickeln überdurchschnittlich öfter Süchte, psychische Erkrankungen (Depressionen, Angststörungen usw.), psychosomatische Erkrankungen, problematisches Beziehungsverhalten usw.

Aus dem Wissen um die Relevanz und die Entstehung sicherer Bindung ergeben sich folgende Empfehlungen an alle Eltern:

  1. Bleiben Sie, wenn irgendwie möglich, das ganze erste Jahr bei Ihrem Baby und geben es nur für kurze Entlastungssequenzen aus den Händen. Das erste Jahr ist entscheidend!
  2. Achten Sie in den ersten drei Jahren auf konstante Betreuungspersonen. Lassen Sie Ihr Kind, wenn Sie es nicht selber betreuen, von so wenigen Betreuungspersonen wie möglich betreuen. Die Bindungsqualität ist wichtig, nicht die Quantität…
  3. Lassen Sie Ihr Baby niemals lange schreien, bis es sich von selbst beruhigt, aus Angst, sie könnten es zu sehr verwöhnen. Dieses angeblich wirksame Erziehungsmittel unserer Elterngeneration hat schwere traumatische Folgen und ruft neurologische Veränderungen im Gehirn eines Babys hervor, die nur schwer wieder korrigierbar sind. Versuchen Sie, herauszufinden, was es braucht, warum es schreit. Bieten Sie verschiedene Hilfen an. Wenn keine Abhilfe zu finden ist, bleiben Sie bei Ihrem Baby und berühren Sie es, tragen oder wiegen Sie es, reden Sie ruhig auf das Baby ein.
  4. Schaffen Sie sich in der Schwangerschaft und in den ersten Jahren Ihres Kindes Entlastung, um dem Leben mit Ihrem Baby eine gute Qualität geben zu können!
  5. Achten Sie auf lange Eingewöhnungszeiten in der Kita, besonders bei unter 3-Jährigen. Eine gute und ausreichend lange Eingewöhnung ist außerordentlich wichtig, um die sichere Bindung entstehen zu lassen. Ihr Kind braucht die Zeit, um sich an eine neue Bindungsperson in der Kita, in der Schule zu binden. Es wird Ihnen zeigen, wann es soweit ist, Sie gehen zu lassen. Investieren Sie lieber eine Woche mehr, um langfristig davon zu profitieren. Leider gewöhnen auch heute noch viele Kitas nach dem Prinzip ein: Kind abgeben und Mutter geht weg. Entwicklungspsychologisch ist das eine Katastrophe, die mitunter langwierige Folgen hat. Wer sich näher damit befassen möchte, kann sich im Internet über das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ informieren, ein wissenschaftlich belegtes Eingewöhnungsmodell, bei dem Bindungsstörungen vermieden werden.
  6. Trösten Sie Ihr Kind immer, wenn es sich wehgetan oder erschrocken hat. Es ist ein Basiswissen für Eltern, dass Kinder sich nicht selbst beruhigen können, sondern diese feinfühlige Regulation von außen brauchen. Die alten Sprüche „ein Indianer kennt keinen Schmerz“ oder „sei tapfer“ blockieren die natürliche Reaktion des Babys, den Schreck „wegzuweinen“.
  7. Bleiben Sie bei Arztterminen, Eingriffen und Untersuchen, sofern irgendwie möglich immer bei Ihrem (kleinen) Kind. Lassen Sie es nicht allein! Sprechen Sie beruhigend und berühren Sie Ihr Kind immer wieder! Das durch die Berührung und die Stimme ausgeschüttete Oxytocin reduziert den Stress und minimiert die Folgen traumatischer Erlebnisse.
  8. Gönnen Sie sich und Ihrer kleinen Familie die Priorität wohltuender Beziehungen. Wer im ersten Jahr in die Bindung zu seinem Kind investiert, profitiert ein ganzes Eltern-Leben davon! Mit einer sicheren Bindung werden die Eltern große Freude an ihrem Kind haben, weil sicher gebundene Kinder eine bessere Sprachentwicklung haben, flexibler und ausdauernder Aufgaben lösen, sich in die Gefühlswelt von anderen Kindern besser hineinversetzen können, mehr Freundschaften schließen und in ihren Beziehungen voraussichtlich glücklichere Menschen sein werden (K. H. Brisch). Also: Geben wir unseren Kindern Wurzeln, dann wachsen ihnen Flügel!

Friederike von Bredow und Anne Polchau
Einzel-, Paar- und Familientherapeutinnen
Literatur: „Safe“ von K. H. Brisch, Klett-Cotta
2010

Seminarangebot: Elternkurs zur Förderung einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind

Brief von einem Kind

Brief von einem Kind

Sei nicht inkonsequent. Dies verwirrt mich, so dass ich um so mehr versuche, wo ich kann, meinen Willen durchzusetzen.

Falle nicht auf meine Herausforderungen herein, wenn ich Dinge sage und tue, nur um dich aufzuregen. Denn sonst werde ich versuchen, noch mehr solche zu erringen.

Tue nichts für mich, was ich selber tun kann. Denn sonst bekomme ich das Gefühl, ein Baby zu sein, und ich könnte dich auch weiterhin in meine Dienste stellen.

Versuche nicht, mein Benehmen noch während der Aufregung mit mir zu besprechen. Aus irgendwelchen Gründen ist mein Gehör zu dieser Zeit nicht sehr gut, und meine Mitarbeit ist sogar noch schlechter. Es ist in Ordnung, das Erforderliche zu unternehmen, aber lass uns erst später darüber sprechen.

Gib mir nicht das Gefühl, dass meine Fehler Sünden seien. Ich muss lernen, Fehler zu machen ohne das Gefühl, dass ich nicht gut bin.

Nörgle nicht. Wenn du es tust, muss ich mich davor schützen, indem ich taub erscheine.

Vergiss nicht, das ich gerne Dinge ausprobiere. Ich lerne davon; bitte gewöhne mich daran.

Schütze mich nicht vor unangenehmen Folgen. Es ist nötig, dass ich aus Erfahrung lerne.

Beachte meine kleinen Wehwehchen möglichst wenig. Wenn ich zu viel Aufmerksamkeit für sie bekomme, kann ich lernen, Vorteile in der Krankheit zu sehen.

Glaube nicht, dass es unter deiner Würde ist, dich bei mir zu Entschuldigen. Eine ehrliche Entschuldigung gibt mir ein überraschend warmes Gefühl für dich.

Mach dir keine Sorgen, wenn du nicht allzu viel Zeit für mich hast. Es kommt darauf an, wie wir die Zeit, die du hast, miteinander verbringen.

Denke daran, dass ich vom Beispiel mehr lerne als von der Kritik.

(International Study Group Newsletter, übersetzt von Erik Blumenthal, Braunschweig 1985)

(aus: Wallrabenstein, S.201)

Seminarangebot: Familientraining nach Dr. Thomas Gordon

Familienfragen kurz beantwortet

Familienfragen kurz beantwortet

Anne Polchau nach Jesper Juul

Lit.: Juul, Jesper, 2012: Frag Jesper Juul – Gespräche mit Eltern: Familiencoaching, Beltz

Das Kind das Tempo bestimmen lassen

Zuerst ist immer Beziehung!
Wir brauchen die Aufmerksamkeit unserer Kinder und Zeit!
Es dauert oft 10 – 20 Sekunden, bis ein Kind bereit ist, seine Aufmerksamkeit vom Spiel auf einen neuen Inhalt zu richten.

Erziehung ist am Anfang v.a. empathische Begleitung und Vorbild. Erziehung geschieht durch alles, was zwischen uns und um uns passiert. Kinder werden ständig unserer Erziehung ausgesetzt, auch wenn wir nicht einen einzigen Satz sagen. Das Verhältnis zwischen unserer bewussten, intentionalen Beziehung und der impliziten Erziehung zwischen den Zeilen ist 1:9. Also haben wir wenig Kontrolle darüber, was Kinder mit allen Sinnen aufnehmen.

Wenn wir mit dem Resultat nicht zufrieden sind, müssen wir nach innen blicken, und unser eigenes Verhalten, das uns vorher vielleicht nicht bewusst war, korrigieren.

Wie und warum mache ich etwas?
Kurzfristiger Gewinn oder langfristig dem Kind dienlich?
Mein Image stärkend oder einem Konflikt ausweichend?
Will ich perfekt sein?

Kinder sind hoch bereit, sich anzupassen, zusammenzuarbeiten und zu experimentieren mit den eigenen Fähigkeiten und Grenzen. Eltern können ihrerseits gut eine hoffnungsvolle Begleitung und Korrektur geben, weil sie den Stärken ihrer Kinder vertrauen können, die zu Wachstum führen. Dieses Wechselspiel ermöglicht Entwicklung auf beiden Seiten.

Wenn die Kinder einer zu ambitionierten projektartigen Erziehung ausgesetzt sind, entspricht es dem Versuch, Gras durch Ziehen zum Wachsen zu bringen. Einen Teil der lebensnotwendigen Bedürfnisse können nur Eltern geben, nicht Betreuungseinrichtungen.
Kinder brauchen die Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Also das Hingucken der Eltern und dass sie ihr Kind sehen wollen. Dann erkennen sie, welches Tempo ihr Kind braucht, welche Bedürfnisse es hat. Wenn unsere Kinder sich gesehen fühlen und beachtet, entsteht Vertrauen in sich selbst und in das eigene Gefühl für das richtige eigene Tempo.

Kinder brauchen Eltern, die zuversichtlich sind bei dem, was sie machen. Sie haben dann das Gefühl, es ist sicher hier.

1. Schlafprobleme

  • Wenn dein Kind zur Schlafenszeit unruhig und traurig ist, guck bei dir selbst, wie es dir damit geht, dein Kind schlafen zu legen.

  • Wenn du unsicher bist, fällt es deinem Kind sofort auf. Bring dein Kind so zu Bett, dass es gut zu Dir passt. Evtl. macht es erst mal der Elternteil, dem es leichter fällt, dann hat der andere Zeit, seine Art zu finden.

  • Gib dem zu Bett geben einen genussvollen Geschmack. Nach allen Umziehen etc. sollte noch eine schöne Zeit warten, wie gemeinsamer dankbarer Rückblick auf den Tag, ein Lied, eine Geschichte, ein Gebet. Es ist gut als immer wiederkehrendes Ritual, auf das du und dein Kind sich verlassen können.

  • Es ist wichtig das Weinen des Kindes zu kennen. Bei verzweifeltem Weinen lassen wir das Kind nicht alleine. Beim Einschlafen gibt es aber ein vorübergehendes leichtes Weinen, das ich mir vorstelle, wie das Lesen vor dem Einschlafen der Erwachsenen, das bedeutet, „ich bin müde und schlafe noch nicht“.

  • Während du deinen Weg findest darfst du auch Fehler machen. Du brauchst einige Versuche, bevor es gelingt. Und bemerke auch die kleinen Erfolge auf dem Weg.

2. Starke Kräfte

  • Die Kräfte von Kindern sind toll, aber anstrengend.

  • Sie lernen Grenzen von Anfang an mehr durch Handeln, später auch durch Worte. So können Kräfte ausprobiert werden mit Spielkämpfen und wilden Spielen in der Familie. Besonders mit dem Vater können Jungs ihre maskuline Energie kennen lernen.

  • Es ist wichtig, die Kraft zu wertschätzen. Das über die Grenzen gehen ist kein Grund das ganze Kind abzuwerten.

  • Wenn Kinder kritisiert werden, wenn sie etwas lernen sollen, dann bleiben sie stehen. Richtiges Lernen geschieht nur, wenn du dich ermutigt fühlst.

  • Statt dauerndem „Nein“ kannst du vorschlagen oder fragen, was es stattdessen tun kann.

3. Selbst bestimmen!

  • Es ist super, ein Gefühl für den eigenen Willen zu bekommen, aber das dauert! Hab Geduld mit dem Ausprobieren des eigenen Willens deines Kindes. Es weiß schon, dass es etwas will, aber noch nicht genau, wie es das zeigen kann und wie wichtig es ihm ist.

  • Vermeide zu viele Kämpfe besonders vor dem Verlassen des Hauses und vorm ins Bett gehen. Das halten Beziehungen zwischen Eltern und Kindern nicht aus.

  • Lass dein Kind äußern, warum ihm etwas wichtig ist, was es will. Dann kannst du zeigen, wo es selbst bestimmen kann und wo es Erwachsenenaufgabe ist.

  • Nimm dem Kind nichts ab, was es schon selber tun kann.

  • Nimm dir die Zeit zur Freude an der Besonderheit deines Kindes und deiner eigenen Ziele. Ihr könnt miteinander lernen.

4. Konflikte abschwächen

  • V>W: Verordnungen + Vorwürfe in Wünsche wandeln

  • wenn wir etwas wollen, sollen wir von uns reden! Wer hat eigentlich das Anliegen? Wenn es mir zu laut ist, dann wünsche ich es leiser, niemand sonst. Es ist kränkend und beschneidend, andere zu kommandieren und zu definieren.

  • Beteilige dein Kind an der Gestaltung. Du gibst eine Auswahl vor und gib ihm dann Verantwortung für Wahl, so viel, wie es geht.

  • Erwachsene geben den guten Ton vor. Sie gestalten die Stimmung und das Kind kann nicht dafür verantwortlich gemacht werden.

  • Fehler sind normal beim Lernen. Sie gehören dazu. Kinder brauchen Ermutigung: „Mach es noch mal!“ Manchmal gelingt es besser mit Humor.

5. Eltern sind nicht pädagogisches Personal

  • Eltern müssen nicht ihre Kinder bespaßen. Eltern sind nicht verantwortlich, dass Kinder Rundumprogramm haben. Langeweile bringt neue Ideen hervor.

  • Es ist gut, wenn Kinder sehen, dass Eltern eigene Interessen verfolgen und sich entspannen können.

  • Sie sehen, wie man kocht, dass der eine lieber repariert und die andere lieber putzt.

  • Eigene Lebensfreude überträgt sich. Dafür brauchen wir etwas Ruhe und Zeit.

6. Nie, nie, nie aufgeben (Rückzug)

  • Wenn ein Kind sich zurückzieht, hat es oft den Grund, dass es fühlt, nicht okay zu sein. Akzeptiere dein Kind so, wie es ist.

  • Wenn Kinder ihre Einzigartigkeit entdecken, dann kommen sie oft in ihre Lebendigkeit. Guck dein Kind an, finde seine besonderen Gaben und sag ihm ohne Übertreibung, was du siehst.

  • Vergleiche dein Kind nicht mit deinen Erwartungen oder anderen Menschen.

  • Nicht alle Kinder mögen dasselbe, und damit wird das Miteinander in Familie interessant. Mit besonderen Vorlieben bereichert dein Kind Eure Familie.

7. Das ältere Kind ärgert das jüngere

  • Bei der Geburt eines Geschwisterkinds erleidet das Ältere einen 50% – Verlust. Das sollte in der Familie Thema sein.

  • Die Älteren können auf Vaters Schoß hören, dass er versteht: „Es ist dumm, dass Mama so viel mit dem Baby zu tun hat.“

  • Sie können gezeigt bekommen, dass sie das 100 % geliebte 1, (2.) Kind sind.

8. Gesundes Selbst(wert)gefühl unterstützen:

  • Selbstgefühl ist im Inneren angesiedelt, während Selbstwertgefühl etwas Äußerliches ist und mit Leistung zu tun hat. Beides ist wichtig. Indem du dich für die Welt deines Kindes interessierst, unabhängig von Leistung, unterstützt du sein gesundes Selbstgefühl.

  • Das Kind lernt sich kennen und lernt, dass es wertvoll ist, was es fühlt und tut.

  • Es hilft, wenn du allen Seiten deines Kindes gegenüber neugierig statt urteilend bist – auch in dir selbst. Dann hat es Raum, dem selbst nachzugehen.

  • Das Kind muss merken, dass es geliebt ist und dass Fehler nicht bedeuten, dass man schlecht ist, sondern, dass man dazu lernt.

  • Beim Selbstwertgefühl des Kindes geht es auch um das der Erwachsenen. Je besser es um dein Selbstgefühl als Erwachsener steht, desto besser regst du dein Kind dazu an, mit sich selbst im Einklang zu sein.

9. Raum für Eltern in Familie:

  • Eltern sind kein Servicepersonal sondern fürsorglich. Wenn Kinder sich bedienen lassen, so haben die Eltern dem Raum gegeben und können es ändern.

  • Lass deine Kinder alles selber machen, was sie können! Das Gefühl, etwas selbst zu meistern gibt ihnen Selbstvertrauen.

  • Guck nach deinen eigenen Bedürfnissen und lass dir helfen, ihnen Raum zu verschaffen, zunächst den wichtigsten und dann immer mehr.

10. Kinder sollen (zu)hören

  • Zuhören (hören) , ist meist eine Frage der Beziehung. Geh zu deinem Kind hin, sieh ihm in die Augen. Es dauert meist einige Sekunden(!), bis du den Kontakt hergestellt hast. Das geht nicht von selbst v.a. wenn es gerade spielt!

  • Rede warm, zuversichtlich und respektvoll mit deinem Kind. Das heißt, dass du zeigst, dass euer Kontakt und Miteinander positiv werden kann.

  • Überlege, was du willst und nicht willst.

  • Bringe klare Botschaften: Ich möchte, dass du etwas Leiseres spielst. Ich will nicht dass du mich haust, aber ich möchte wissen, warum du sauer bist.

  • Manche Entscheidungen sind Elternsache. Fälle deinen Entscheidung und setze sie klar und nur mit kurzem Verhandeln durch. Das schafft Sicherheit.

  • Manche Konflikte lassen sich gut gemeinsam lösen: Du kannst das Dilemma sagen und ihr könnt gemeinsam nach einer Lösung suchen. Kinder helfen gerne, fühlen sich ernst genommen und sind dann auch eher bereit die Folgen zu tragen.

11. Ein Elternteil wird bevorzugt

  • Gab es eine längere Abwesenheit eines Elternteils?

  • Elternschaft ist gut als Teamwork, steh möglichst hinter den Entscheidungen des Anderen

  • Findet in Ruhezeiten eine gemeinsame Elternstrategie.

  • Haltet als Paar zusammen. Das ist das Nest für euer Kind.

12. Kinder, die ständig streiten

  • gibt es viele Erwachsenenkonflikte in deiner Familie?

  • Untersuche, ob es Ursachen gibt, dass dein Kind sich nicht geborgen fühlt. (auch in der Kinderbetreuung)

  • Hilf ihnen Konflikte besser zu lösen.

  • Üb mit ihnen Alternativen, wenn gerade kein Streit herrscht.

13. Patchworkfamilie

  • Es dauert lange, bis das Stiefelternteil als Erzieher anerkannt ist.

  • Werte und Grenzen kann man auch anders als als Erzieher vermitteln.

  • Biologische Eltern bleiben auf Platz Eins.

Zwiegespräch

Beziehungsprobleme: Wundermedizin Zwiegespräch

„Die Verwirklichung des Menschen geschieht im Dialog:
In der doppelten Fähigkeit, zu reden und zuzuhören, zu antworten, aber auch darin, sich vom Wort treffen zu lassen. Anders gesagt: Dialog, das meint die Bereitschaft zur Kooperation.“
A.H. Henckel von Donnersmarck

Welche Grundsätze gibt es beim Zwiegespräch?

Die wichtigste Voraussetzung des “erfolgreichen” Zwiegesprächs ist die Regelmäßigkeit. Sie ist entscheidend für die Entwicklung des (Gesprächs)Paares.

Die Hauptfrage des Gesprächs ist: “Was bewegt mich momentan am stärksten?

Dabei bilden folgende Punkte einen Leitfaden:

  1. 90 Minuten ungestörtes Reden ist das Ziel. Nicht kürzer, aber auch nicht länger. Vereinbaren Sie wöchentlich einen Haupt- und einen Nebentermin. Setzen Sie sich gegenüber und machen Sie es sich bequem. Sie sollten sich wohl fühlen und eine Atmosphäre schaffen, in der Sie gut miteinander reden können. Stöpseln Sie Ihre Telefone und machen Sie Ihre Handys aus, schließen Sie Besuch aus oder sich ein, wenn nötig.
  2. 15 Minuten im Wechsel. Jeder hat jeweils 15 ungestörte Minuten zum Reden oder Schweigen, bevor der andere an der Reihe ist. In diesen 15 Minuten keine Unterbrechungen.
  3. Bitte keine Zwischenfragen, denn Sie kennen ja das Sprichwort: “Wer fragt, der führt” und genau das soll in diesen 15 Minuten Ihr Gegenüber machen. Er soll sich auf das konzentrieren, was er sagen will und nicht das, was Sie neugierig kaum erwarten können.
  4. Am Ende der 90 Minuten – nachdem jeder 3x gesprochen hat – ist das Gespräch beendet. Bitte nach diesen 90 Minuten nicht “nachdiskutieren”.
  5. Bleiben Sie bei sich. Sprechen Sie in der “Ich-Form” (“Ich habe das Gefühl, dass du…” ist keine Ich-Form…). Über Gefühle in der oder über die Beziehung, über Konflikte in der Familie oder am Arbeitsplatz, über Träume. Was bewegt Sie in Ihrem Leben gerade? Lenken Sie nicht von sich auf den anderen, sondern teilen Sie Ihr Erleben mit.
  6. Ändern Sie sich, ändert sich die Beziehung als Ganzes – also auch Ihr Partner.
  7. Schweigen Sie und lassen Sie schweigen, wenn Ihnen oder Ihrem Gesprächspartner danach ist. Zwiegespräche sind kein Offenbarungszwang. Jeder entscheidet für sich, was er sagen möchte und was nicht. Mehr Offenheit hat allerdings in der Regel den fruchtbareren Effekt.

Fünf Einsichten als Kern und Basis von Zwiegesprächen

Michael Moeller sieht fünf Dinge als zentrale Lerneffekte, die mit der Zeit zu einer tieferen Beziehung und verständnisvollerem Umgang miteinander führen. Sie haben große Wirkung und setzen ein großes Entwicklungspotential frei.

  1. Ich bin nicht du und weiß dich nicht”. Es entspricht zwar nicht unserer Grundhaltung, aber wir können lernen, dass der andere nicht ist wie man selbst und Vieles anders sieht.
  2. Wir sind zwei Gesichter einer Beziehung und sehen es nicht”. Kein Mensch steht alleine für sich, sondern steht immer in Wechselwirkung mit den anderen. Wir können lernen, unser gemeinsames vielfach unbewusstes Zusammenspiel wahrzunehmen.
  3. Dass wir miteinander reden, macht uns zu Menschen”. Über sich zu reden und sich dem anderen mitzuteilen (also seine Gedanken mit dem anderen teilen), lässt eine Beziehung lebendig werden und bleiben. Wir können lernen, das als Chance für ein dynamisches Zusammensein zu begreifen, anstatt Worte nur zur Verwaltung unserer Beziehung zu nutzen.
  4. “In Bildern statt in Begriffen sprechen”. Durch das Erzählen unserer Gedanken über den Alltag und die wichtigen Themen unseres Lebens können wir lernen, unserem Partner konkrete, erlebte Beispiele mit auf den Weg zu geben statt in trockenen, abstrakten Begriffen zu erklären, was wir meinen.
  5. “Ich bin für meine Gefühle selbst verantwortlich”. Gefühle sind ebenso Teil der Wechselwirkungen mit dem anderen. Wir können lernen, diese Gefühle als unbewusste Handlungen mit versteckter Absicht zu verstehen und sie so besser akzeptieren zu können.
Ein glückliches Leben

Desiderata – Segenswünsche: „So führst du ein glückliches Leben!“
(Inschrift aus der alten St. Paul’s Kirche, Baltimore 1692)

Gehe ruhig und gelassen durch Lärm und Hast und sei des Friedens eingedenk, den die Stille bergen kann.

Stehe – soweit ohne Selbstaufgabe möglich – in freundlicher Beziehung zu allen Menschen. Äußere deine Wahrheit ruhig und klar und höre anderen zu, auch den Geistlosen und Unwissenden; auch sie haben ihre Geschichte, Meide laute und aggressive Menschen, sie sind eine Qual für den Geist.

Wenn du dich mit anderen vergleichst, könntest Du bitter werden und Dir nichtig vorkommen; denn es wird immer jemanden geben, grösser oder geringer als Du. Freue Dich Deiner eigenen Leistungen wie auch Deiner Pläne bleibe weiter an Deiner eigenen Laufbahn interessiert, sie ist ein echter Besitz im wechselnden Glück der Zeiten.

In deinen geschäftlichen Angelegenheiten lass Vorsicht walten; denn die Welt ist voller Betrug. Aber dies soll dich nicht blind machen gegen gleichermaßen vorhandene Rechtschaffenheit.

Viele Menschen ringen um hohe Ideale; und überall ist das Leben voller Heldentum. Sei Du selbst; vor allen Dingen heuchle keine Zuneigung. Noch sei zynisch was die Liebe betrifft; denn auch im Angesicht aller Dürre und Enttäuschung ist sie doch immerwährend wie das Gras.

Ertrage freundlich-gelassen den Ratschluss der Jahre, gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Stärke die Kraft des Geistes, damit sie Dich im plötzlich hereinbrechenden Unglück schütze.

Aber beunruhige Dich nicht mit Einbildungen. Viele Befürchtungen sind Folgen von Erschöpfung und Einsamkeit. Bei einem heilsamen Maß an Selbstdisziplin sei gut zu Dir selbst. Du bist ein Kind des Universums, nicht weniger als die Bäume und die Sterne; Du hast ein Recht hier zu sein. Und ob es Dir nun bewusst ist oder nicht; zweifellos entfaltet sich das Universum wie vorgesehen. Darum lebe in Frieden mit Gott, was für eine Vorstellung Du auch von ihm hast und was immer Dein Mühen und Sehnen ist.

In der lärmenden Wirrnis des Lebens erhalte Dir den Frieden Deiner Seele. Trotz all ihrem Schein, der Plackerei und den zerbrochenen Träumen ist diese Welt doch wunderschön.

Sei vorsichtig, strebe danach, glücklich zu sein.


Wir nehmen Kinder und Eltern in ihren Persönlichkeiten und Beziehungen wahr, stärken sie, und zeigen Wege zum Gesundwerden auf.

Kinder- und Jugendärztepraxis
Dr. Heimo Polchau

Lehmberg 7
24103 Kiel

Tel.: 0431-2400240
E-Mail: praxis@polchau.de

Diagnose- und Behandlungsverfahren

  • Diagnostik und Behandlung akuter Erkrankungen
  • Vorsorgeuntersuchungen vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen
  • Impfungen
  • Neugeborenen- und Säuglingssprechstunde
  • Kinder-Pneumologie und Allergologie
  • Sozialpädiatrie
  • Diagnostik
  • Therapie
  • Ernährungsberatung

AUSSERHALB
DER SPRECHZEITEN:

Öffnungszeiten der kinderärztlichen Bereitschaftsambulanz
im Städtischen Krankenhaus Kiel, Chemnitzstr. 33

Mo, Di, Do, Fr : 19– 21 Uhr
Mi : 17 – 21 Uhr
sowie Sa, So und Feiertags:
10 – 21 Uhr


ÄRZTLICHER
BEREITSCHAFTSDIENST

Tel. 116 117
(in der Regel keine Kinder-/Jugendärzte)


IN LEBENSBEDROHLICHEN
SITUATIONEN

Rufen Sie bitte den Notruf 112

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